– Unreleased Bonus Blogpost 2014 – 

Ist es Altersmilde oder -weisheit, die mich – kurz vor Toresschluss – doch zum aktuellen Comeback der Zimmermänner in den Hafenklang trieb?

1_IMG_5755Richtiges „Fan-sein“ war es bestimmt nicht, denn als Zeitzeuge dieser – zunächst als „Skafighters“ dann „Ede & die Zimmermänner“ betitelten – Combo waren sie mir immer zu sehr Popper, trugen zu stark ihren Johanneum-Dünkel vor sich her und machten dazu eher amateurhafte Musik – unter zeitgleich talentierteren Amateuren allerorten wohlgemerkt. Und auch wenn sie im jüngsten taz-Artikel recht gut wegkommen: Den „preppy style“ hatten sie ja von Zuhause aus – im Gegensatz zur Aneignung desselben von Kevin Rowland ein paar Jahre später.

Blog_diezimmermanner1-1Aber: Alter hat man (so wie Rücken) erst dann, wenn man seine Meinung nicht mehr in Frage stellen kann – also: hin da. Und es wurde – um es gleich vorweg zu nehmen  – ein vergnüglicher Abend mit einem etwas traurigen Ende. Detlef D und die Geschwister Blunck kamen launig auf die Bühne und intonierten „Erwin, das tanzende Messer“ im Halbplayback.

Und dann wurde es gemütlich: Timo, Detlef und Rica erzählten Döntjes aus der Vergangenheit, analysierten Songtexte – insbesondere „klein und doof“ – feierten ehemalige Bandmitglieder und Freunde aus dem Publikum (Hallo Christian Kellersmann) und unterhielten uns alle recht großartig.

1_IMG_5763Tatsächlich war ich gezwungen dieser Herrenband mit Dame nicht einfach nur zu lauschen, sondern zu gratulieren. Denn das ist mittlerweile Pop auf hohem Niveau.
Man muss zum Beispiel vor dem Text von „Die große Sporadische“ nicht in die Knie gehen – Song und Produktion sind allerdings „Top Notch“. So wird mal kurz gezeigt, dass auch Hamburg Pharrell kann.

Könnte also sein, dass ich mir in den nächsten Wochen doch noch das eine oder andere Zimmermänner-Vinyl-Objekt ins traute Heim hole.

Schade allerdings, dass das Konzert so rüde unterbrochen wurde. Direkt von der Bühne stürmte Timo Blunck in den hinteren Bereich um sich hinzulegen. Diagnose: Nabelbruch.

1_IMG_5779Folge 1: Die Lieblingssongs des Publikums, die per Stimmzettel aus dem gesamten Repertoire eingesammelt wurden, konnten größtenteils nicht aufgeführt werden. Folge 2: Das geplante zweite Konzert im Januar fiel komplett aus.
Dafür gibt es jetzt am 17. April im Nachtasyl die Möglichkeit die Band in Hamburg zu sehen. Get well soon, Timo.