Er kam, sah und sah gut aus. Gekleidet im Zwirn des Herr von Eden mit einem kecken Hütchen auf dem Kopf, trat der Ex-Libertines und Noch-Babyshamble auf die kleine Bühne des Golem.

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Der Geheimgig wurde vier Stunden vorher über die Kanäle des Edelschneiders verbreitet. Ich bekam den Tipp von einer lieben Freundin, die zwar auf jenem Newsletter-Verteiler steht, selbst allerdings seit zwei Monaten in Wien beheimatet ist.

Erste Überraschung: Es war eine Stunde vor offiziellem Beginn noch ziemlich leer. Der Anteil der Besucher, die zuvor der Veranstaltungsreihe der Untüchtigen lauschte, war da noch recht hoch. Bei nur zehn Euro Eintritt gab es also kein Grund, hier nicht zu verweilen. Im Publikum waren junge Menschen, aber auch Damen und Herren der reiferen Pop-Generation.

Durch die nahezu unendliche Geschichte von ausgefallenen Doherty-Gigs (Reisepass verloren, Krank, zweimal Flug verpasst, etc.) waren wir noch ein bisschen skeptisch. Doch es bedurfte nur eines kurzen Soundchecks, einer weiteren kleinen Pause und – potzblitz – geht das Konzert los.
Zugegebenermaßen bin ich nicht soo firm im Repertoire des Meisters. So kann ich nicht wirklich viele Babyshambles-Songs auseinanderhalten oder gar pfeifen. Doch mir wurde es an diesem Abend leicht gemacht. Denn schon der zweite Song war ein alter Bekannter: „Don’t look back into the sun“ der Libertines traf auf „What A Waster“ und „The boy looked at Johnny“. Von den ‚Shambles konnte ich nur „A Little Death Around the Eyes“ ausmachen. Doch das war noch nicht alles!

Die Auswahl der Coverversionen brachte die besondere Würze in diesen Abend: „Runaway“ von Del Shannon, „The Ballad of Bonnie & Clyde“ von Georgie Fame und – ta da da daaaaa „Karma Chameleon“ von Boy George’s Culture Club. Sachen gibt’s…..

Zwischendurch bedankte er sich – aus irgendeinem Grund – für die doitsche Autobahn – das ist zumindest deutlich besser, als erneut die erste Strophe der Nationalhymne zu singen.

Es war insgesamt keine musikalische Offenbarung, aber ein sehr unterhaltsamer Abend, den ich nicht missen möchte – auch wenn die darauffolgende Nacht dadurch deutlich kürzer wurde.

Vielen Dank an Herrn von Eden, das Golem und den Sänger himself.